ESC klopft antisemitische Staatenlenker aus dem Busch
Schon zwei Tage nach dem ESC-Finale am 17. Mai 2025 in Basel hatte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez öffentlich bilanziert, dass Israel kein Recht gehabt hätte, am ESC teilzunehmen. Sanchez stellte den Judenstaat auf dieselbe Stufe wie Russland, das nach seinem Angriff auf die Ukraine 2022 vom ESC ausgeschlossen worden war. Stein des Anstosses war für den spanischen Premier das militärische Vorgehen Israels im Gaza-Krieg.
Am 2. Platz der israelischen Sängerin Yuval Raphael beim ESC in Basel konnte Sanchez natürlich nichts mehr ändern. So rief Spanien, gemeinsam mit einigen anderen Nationen dazu auf, Israel von der Teilnahme am ESC 2026 in Wien auszuschliessen. Im September 2025 erhöhte Spanien den Druck und drohte damit, seine Teilnahme in Wien abzusagen, sollte Israel zugelassen werden.
Doch die Trägerschaft des ESC, die European Broadcasting Union (EBU) in Genf, verweigerte sich diesen Forderungen. An ihrer Generalversammlung Ende November 2025 entschied sich die Mehrheit der staatlichen TV-Sender gegen einen Ausschluss Israels.
In Folge kritisierte der Präsident der spanischen Staatsmedien, was bei der Versammlung der EBU passiert sei, bestätige, dass der Eurovision Song Contest kein Musikwettbewerb mehr sei, sondern ein Festival, das von geopolitischen Interessen dominiert werde. Spanien teilte mit, am ESC 2026 nicht teilzunehmen. Ebenso die Niederlande, Slowenien, Irland und Island. Auch diese Nationen hatten den Rauswurf Israels verlangt.
Jüdische Weltverschwörung?
Dass 35 Nationen dem Israelboykott widerstanden haben, ist erfreulich. Dass 5 Staatsmedien in aller Öffentlichkeit fatalen Antisemitismus betreiben, ist ein Alarmsignal ersten Grades.
Spaniens Aussage, dass der ESC von «geopolitischen Interessen dominiert wird», erinnert an dunkelste Zeiten der Weltgeschichte. Schon die Nazis begründeten ihre Schreckensherrschaft zu einem guten Teil mit der Anklage, die Juden würden darauf hinzielen, die Welt zu beherrschen. Dabei stützten sich die Nazis in starkem Masse auf die böswillig irreführende Publikation «Protokolle der Weisen von Zion».
Wenn das linke Spanien heute von geopolitischen Interessen munkelt, lassen Pedro Sanchez & Co. erkennen, dass es ihnen nicht primär um die «armen Palästinenser» geht, denen endlich ein Staat zustehe. Vielmehr kritisiert die antisemitische Staatsführung Spaniens die Geopolitik der USA, die als Schutzmacht Israels vermeintlich längst unter dem Diktat jüdischer Weltverschwörer steht.
Da Spaniens Ministerpräsident an die «Jüdische Weltverschwörung» glaubt, ist es klar, dass er auch in Sachen Gaza-Krieg einer grob verzerrten Wahrnehmung unterliegt. Deutlich wird dieser Sachverhalt, weil Pedro Sanchez Israel mit Russland vergleicht (Angriff der Ukraine im Februar 2022). Spanien betreibt die in antisemitischen Kreisen überaus beliebte Täter-Opfer-Umkehr. Sanchez bezeichnet Israel als Aggressor, als hätten die Juden den Gaza-Krieg begonnen. Der massenordende Terror der Hamas wird möglichst übergangen.
"Tod den Juden!"
Auch dass die Bevölkerung in Gaza die Hamas duldet, fördert und in hohem Masse verehrt, führt Pedro Sanchez bei seinen ESC-Voten nicht aus. Auch dass die grosse Mehrheit der Palästinenser dafür einsteht, Israel «From the river to the sea» aus der Region zu vertreiben, wird totgeschwiegen. Zudem weigern sich antisemitische, westliche Politiker stur, hinzuhören, wenn der Hass islamischer Massen in die Welt hinausschreit: «Tod den Juden!!»
Alle diese Sachverhalte scheinen Pedro Sanchez offenbar nicht zu kümmern. Es macht gar den Anschein, dass Spanien und eine wachsende Zahl westlicher Nationen Inhalte palästinensischer Propaganda ungefiltert übernehmen. So wird die Bevölkerung Gazas zum eigentlichen Opfer des Krieges hochstilisiert.
Es ist sehr alarmierend, dass westliche Regierungen den Hass gegen Israel fördern. Erst gerade, im September 2025, haben Frankreichs Präsident Emanuel Macron und Grossbritanniens Premier Keir Starmer der Errichtung einer Nation Palästina zugestimmt. Auch Kanada und Australien haben sich dem Kanon gebeugt. So sind es inzwischen mehr als 150 UN-Mitgliedsstaaten, die Palästina anerkennen und eine Zweistaatenlösung als einzigen Weg für einen gerechten Frieden in Nahost fordern.
Was die «hohen Herren» übersehen: das ganze Gerede von der «Zwei-Staaten-Lösung» ist hinfällig, solange die Palästinenser Israel nicht als Nation anerkennen. Doch so viel Aufmerksamkeit und Logik hat keinen Platz im Furor gegen Jerusalem.
Ein Zückerchen der EBU an antisemitische Regierungen
Da die Trägerschaft des ESC dem Boykott-Aufruf von Spanien & Co. widerstanden hat, konnte eine Eskalation vorerst abgewendet werden. Der ESC wird den Ausstand der 5 Nationen im Jahr 2026 wohl überleben.
Es darf aber nicht übersehen werden, dass sich das Glanzresultat Israels beim ESC 2025 wohl nie mehr wiederholen wird. Die EBU hat entsprechende Vorkehrungen getroffen, indem sie den nationalen Jurys ab 2026 wieder deutlich mehr Einfluss auf das ESC-Schlussresultat einräumt. Eine gute Platzierung Israels wird darum immer unwahrscheinlicher. Denn die Juroren der staatlichen Medien werden mit grosser Wahrscheinlichkeit so stimmen, wie ihre Regierungen ticken.
Das war schon in Basel 2025 überdeutlich. Ideologisch getrimmte Jurys hatten Israel mit 60 Stimmen auf den 15. Platz abgestraft. Erst das Televoting brachte den Durchbruch für Israel. Millionen Israelfreunde aus der ganzen Welt investierten ihr Geld und bescherten Yuval Raphael den glanzvollen 2. Platz (297 Stimmen). So strahlte vom ESC 2025 in Basel kein Zeichen der Feindschaft gegen Israel aus, wie es vielfach geplant und gefördert war. Vielmehr steht der ESC Basel für eine tiefe Verbundenheit vieler Menschen mit dem «Judenstaat», den Theodor Herzl gemäss eigenen Worten 1897 in Basel gegründet hatte.
Natürlich wurde schnell von höchster Stelle geklagt, Israel hätte sich die vielen Stimmen im Televoting durch unlautere Werbung und Hackerangriffe ergaunert. Spanien klagte bei der EBU, das Publikumsvoting sei durch den Nahostkonflikt politisiert worden. Dies gefährde den kulturellen Charakter des ESC. Der Abstimmungsmodus müsse überprüft werden.
An Verlogenheit ist die spanische Forderung nach «Entpolitisierung des ESC» nicht zu überbieten. Spaniens Israelfeindschaft ist hochpolitisch. Die EBU musste den spanischen Staatssender nach den Halbfinalen im Mai 2025 gar verwarnen, keine politischen Botschaften während ESC-Livesendungen zu zeigen. Trotzdem publizierte der spanische Sender unmittelbar vor dem ESC-Finale erneut eine Einblendung: «Angesichts der Menschenrechte ist Schweigen keine Option. Frieden und Gerechtigkeit für Palästina.»
"ESC-Elite" zertrümmert den Einfluss der Fans
Obwohl Spanien sich der EBU grob widersetzt hatte, war ihr Ruf nach einem «apolitischen ESC» erfolgreich. An ihrer GV im November 2025 veränderte die EBU die Kriterien des Televotings radikal. Der EBU-Generaldirektor schreibt dazu in einem offenen Brief: «Die Neutralität und Integrität des Eurovision Song Contest sind für die EBU, ihre Mitglieder und unser gesamtes Publikum von höchster Bedeutung.» Um diese apolitische Neutralität zu garantieren, wurde die Macht der Jurys aufgewertet, der Einfluss der Fans in den Nationen markant abgebaut.
Die Anzahl der Televotes wurde von bisher 20 Stimmen auf 10 Stimmen pro Zahlart (SMS, Telefonanruf, Onlinevote mit Kreditkarte) gesenkt. Die Jurys halten wieder Einzug in die Halbfinale und werden dort mitbestimmen. Die Anzahl der Jurymitglieder wird von fünf auf sieben Personen erhöht. Das Voting-System, welches Israel 2025 zum 2. Platz verholfen hat, wird also abgeschafft. Der ESC kehrt zurück zum Modell 2009, in welchem Jurys und Televoters jeweils die Hälfte der Punkte vergeben. Die Macht sogenannter Fachleute wird also massiv erhöht.
Natürlich wird der ESC kein bisschen neutraler durch diese Änderungen. Ganz im Gegenteil! Die Politisierung wird extrem befeuert. Denn ideologisch durchtrainierte, staatstreue Juroren werden ab ESC Wien 2026 ihre höher gewichteten Stimmen mit grosser Wahrscheinlichkeit dafür einsetzen, dass neben der Gender-Politik auch die Palästina-Politik endlich ihren berechtigten Platz in der westlichen Öffentlichkeit erhält.
JJ, der androgyne Gewinner des ESC 2025 hatte von den ach so neutralen Jurys 258 Punkte erhalten. Mehr als jede/r andere. Vier Mal mehr als Israel (!). Nach dem nonbinären Nemo (2024) haben die Jurys 2025 streng apolitisch einen weiteren Vertreter der Gender-Lobby aufs Siegerpodest gehoben. Ab 2026 werden sie wohl möglichst dafür sorgen, dass nie mehr ein Sänger oder eine Sängerin aus Israel in den vorderen Rängen erscheint.
Vielleicht gewinnen Pedro Sanchez und die anderen antisemitischen Staatenlenker dann doch noch das Gespür für die feineren Massnahmen der EBU: Israel nicht einfach auszuschliessen vom ESC, sondern die jüdische Delegation und ihre Fans durch «neutrale, apolitische» Massnahmen kaltzustellen. Fazit: bedauerliche und höchst gefährliche Israelfeindschaft hüben und drüben.