Genitalverstümmelte Mädchen und Frauen in Europa
Eine umfassende und anhaltende Diskussion über die «Situation von Mädchen und Frauen in islamischen Gesellschaften» findet in unseren grossen Medien nicht statt. Das hat zum Teil damit zu tun, dass Kritik an der Lebensführung und der Lehre des Religionsgründers Mohammed schnell lebensgefährlich wird. So halten die meisten lieber den Mund:
- z.B. moderate Moslems, die es mit der Unterwerfung unter Mohammeds Diktat nicht so ernst nehmen. Sie mögen Kinderehen, Gewalt gegen Frauen oder die Haltung minderwertiger Ehepartnerinnen und Sexsklavinnen in einem Harem entschieden ablehnen. Da sie am Leben hängen, wählen sie aber lieber das Schweigen.
- Auch westliche Intellektuelle sind fast durchwegs unfähig, in der brisanten Angelegenheit Klartext von sich zu geben. Die Mehrzahl von ihnen weiss nicht wirklich Bescheid. Sie weigern sich, Mohammeds Biografie und den Koran umfassend zur Kenntnis zu nehmen. So wiederholen sie fügsam, was andere "Fachpersonen" in die Welt gesetzt haben.
- Auch Feministinnen sind auffallend leise, wenn es um die Würde und um die Rechte der Frauen im Islam geht. Aus sicherer Distanz mögen sie da und dort die Taliban, Boko Haram oder den IS kritisieren. Wenn aber Millionen von Moslems in europäische Staaten einwandern und eine Masse von Imamen Mohammeds Lehre in Umlauf bringt, werden die meisten Frauenrechtlerinnen plötzlich von Stummheit geschlagen.
"Die Genital-Verstümmelung neu denken!"
Wegen dem massenhaften Leiden von Mädchen und Frauen, und auf Grund der hohen Aktualität der relevanten Problemfelder publiziert «Bürgerforum Schweiz» im Verlauf der nächsten Wochen eine kleine Serie von Blogartikeln. Die Texte werden sowohl Mohammeds Umgang mit Mädchen und Frauen beleuchten als auch fatale Konsequenzen in Worte fassen, die wir aktuell in westlichen Nationen zu erdulden haben.
Das heutige Thema befasst sich mit einer überaus schmerzlichen Realität, die in islamischen Gesellschaften seit Jahrhunderten Millionen von Opfern erzeugt hat: der weiblichen Genitalverstümmelung (Englisch female genital mutilation FGM). Das enorme Ausmass an Gewalt gegen Mädchen und Frauen findet leider noch viel zu wenig öffentliche Beachtung. Auch ist der bisherige Diskurs geprägt von starren Fronten, die differenzierte Betrachtungen und konstruktive Lösungsansätze erschweren oder unmöglich machen.
Die folgenden Zeilen sollen dazu beitragen, die Diskussion zu bereichern und das Los von Mädchen und Frauen aus islamischen Gesellschaften zu lindern.
Gewalt gegen islamische Mädchen und Frauen
Gemäss Schätzungen der WHO leben weltweit etwa 200 Millionen «beschnittene» Mädchen und Frauen. Das Ritual der «Beschneidung» ist nicht etwa ein Auslaufmodell. Noch immer werden jährlich etwa drei Millionen Mädchen, meist unter 15 Jahren, einer weiblichen Genital-Verstümmelung unterzogen.
Auch wenn es vereinzelt Ausnahmen gibt: FMG wird fast ausschliesslich in islamischen Gesellschaften praktiziert; vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. Es ist schwer erträglich, die Berichte zu lesen, wie die Geschlechtsorgane der Mädchen teilweise abgeschnitten, zusammengenäht (z.B. Infibulation), für Sex und Geburt dann wieder aufgeschnitten und nach einer Geburt allenfalls erneut zugenäht werden (Reinfibulation siehe Kommentar 1).
Vollzogen wird die FGM zumeist von Frauen, die ihr Metier mit Rasierklingen oder Glasscherben ausführen. Keine Hygiene. Keine Anästhesie. Mädchen müssen oft von mehreren Personen festgehalten werden, weil die Schmerzen so gross sind. Die gesundheitlichen Folgen für Körper und Seele sind vielfach fatal. Sie bleiben oft lebenslang. Entzündungen führen oftmals auch zum Tod.
Da Millionen von Moslems nach Europa einwandern, wurde FGM zum öffentlichen Thema in der westlichen Kultur:
- Es gibt grosse, internationale Kampagnen, die sich gegen diese Form der Gewalt und der Entrechtung von Mädchen/Frauen wenden. FGM soll in Nationen, in denen sie praktiziert wird, geächtet und möglichst verboten werden.
- Betroffene Mädchen und Frauen, die in den Westen einwandern, sollen informiert werden über das Angebot medizinischer und psychologischer Hilfe. So können körperliche Schädigungen allenfalls operativ behoben und seelische Traumata geheilt werden.
- Zudem benötigte es Gesetze, welche die Praxis der FGM in westlichen Nationen verbieten und die Anwendung der westlichen Richtlinien durchsetzen.
Kampf gegen Werte und Gesetze des Westens
Dass FGM ein grosses Übel ist, wurde in der westlichen Öffentlichkeit bisher kaum bestritten. Doch unlängst hat eine Gruppe von «Fachleuten» eine neue Diskussion des Themas gefordert. 2025 erschien ein Artikel im renommierten "British Medical Journal", in welchem 25 Wissenschaftler/-innen (24 davon Mitarbeitende westlicher Universitäten in Europa, USA und Australien; darunter Dina Bader und Cynthia Kraus von der Universität Lausanne) ein neues Verständnis der "weiblichen Genital-Verstümmelung" verlangen.
In ihrem medizin-ethischen Essay kritisieren die Damen und Herren vehement, der Kampf gegen die FGM richte mehr Schaden an, als er den Frauen nütze. Mit einer Fülle von Argumenten wollen die Autoren/innen die westliche Fachwelt und die Politik dazu bringen, FGM differenzierter einzustufen und lascher dagegen vorzugehen:
- Nur schon der Begriff "Verstümmelung" ist den Damen und Herren ein Dorn im Auge. Knaben würden ja auch beschnitten, ohne dass von Verstümmelung geredet werde. Zudem seien im Westen Lifestyle-Operationen gang und gäbe, bei denen sich Frauen ihre Geschlechtsorgane verschönern liessen. Bei der FGM, die von Befürwortern ausschliesslich «Beschneidung» (female genital cutting FGC) genannt wird, gehe es zum Teil ebenfalls um «Schönheitsaspekte».
- Die Autoren/-innen beharren auf der kulturellen Legitimität von FGC. Sie weisen hin auf sanftere Rituale der Beschneidung, bei den Mädchen/Frauen lediglich ein kleiner Teil von Gewebe entfernt werde. Ohne statistisches Material vorzulegen, deuten die Verteidiger an, dass diese leichte Form von FGC die am häufigsten praktizierte sei. Die schmerzlichste und schädlichste Form, die Infibulation, wird zwar erwähnt. Doch, wird ohne Belege behauptet, diese Form der Beschneidung erfolge nur in geringem Masse. Mit keinem Wort distanzieren sich die Essayisten zudem von diesem äusserst schmerzlichen und zerstörenden Ritual.
- Zum Kern der divergierenden Wertesysteme führen die Essayisten aus: Gegenüber der Realität im Westen habe das individuelle Bedürfnis von Mädchen und Frauen in ihren angestammten Kulturen oftmals einen geringeren Wert als die Anforderungen von Familie und Gesellschaft. Sogar ihren eigenen Körper würden Frauen oftmals nicht als ihr persönliches Eigentum betrachten, sondern als Besitz der Ethnie. Zudem würden diese Kulturen von Mädchen und Frauen vielfach verlangen, Schmerz auszuhalten. Der schmerzvolle Ritus diene der Initiation in die Gemeinschaft.
- Medizinische Komplikationen nach FGM seien die Ausnahme. Wiederum kein statistisches Material! Es gebe genügend Frauen, welche den Wert der «Frauenbeschneidung» bestätigen. Zum Teil würden diese Rituale als würdig, stärkend und wichtig bezeichnet.
- Dass Mädchen und Frauen, die nach Europa einwandern, zu ihren Geschlechtsorgane befragt, oder gar untersucht werden, sei diskriminierend und rassistisch (racial profiling); für einige von ihnen sogar traumatisierend. Es entwürdige die Mädchen und Frauen und beraube sie ihrer Privatsphäre. Befragungen würden zudem ihre Stellung in der Familie und der ethnischen Gruppe schwächen, da sie sich potenziell negativ über schmerzliche Rituale äussern. Betroffene zu befragen könne zudem Schaden verursachen, weil sich die Mädchen/Frauen in Folge vom medizinischen Sektor zurückziehen und damit ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
- Westliche PR und Gesetze gegen FGM würden die Situation von immigrierten Mädchen und Frauen verschlimmern. Die Kampagnen seien vielfach rassistisch, unwissenschaftlich, unjournalistisch, irreführend, sensationslüstern, ungerecht, stigmatisierend, geprägt durch eine verunglimpfende Sprache, die Misstrauen gegenüber Migrantengemeinschaften schüre. Überwachung und Gesetze würden schaden und die Gleichberechtigung der Betroffenen missachten. Zudem würden Gesetze gegen die FGM dazu führen, dass eingewanderte Frauen Beschneidungen im Geheimen vollziehen lassen. Der Westen tue gut daran, seine PR und seine Gesetze zu Gunsten der migrierenden Mädchen und Frauen anzupassen.
- Die FGM sei zudem kein Beweis für patriarchale Unterdrückung und Schädigung der Mädchen/Frauen. Es sei kulturelle Hegemonie, ja Imperialismus des Westens, dessen Narrative den Wert von "Mädchen-/Frauenbeschneidung" in afrikanischen Gesellschaften verachten. Migrantinnen wurden beschimpft und infantilisiert. Der Westen verweigere die Anerkennung der Handlungsfähigkeit betroffener Frauen und ihrer Gemeinschaften.
Unvereinbarkeit der Grundwerte
Schwarz-weisse Texte sind bei einem so heiklen Thema selten förderlich. Das medizin-ethische Essay im British Medical Journal ist eine polemische Kampfschrift, die die «Weibliche Genital-Beschneidung» in nicht-westlichen Gesellschaften vehement und einseitig verteidigt. Ein kompetenter Beitrag zur gesellschaftlichen und politischen Debatte des Themas sieht anders aus. Statt differenzierend Zahlenmaterial vorzulegen und Lösungen angesichts der Unvereinbarkeit des westlichen und des islamischen Wertesystems vorzuschlagen, machen es sich die Autoren/-innen gar einfach. Sie werfen dem Westen Rassismus und Kulturimperialismus vor. Sie fabulieren frei heraus, dass Kampagnen und Gesetze geändert werden müssten. Die fatalen Leiden der Millionen Mädchen und Frauen scheinen die anti-westlichen Essayisten nicht zu kümmern. Die pauschale Verteidigung legitimer Rituale in den Herkunftsgesellschaften von Migrantinnen ist ihnen wichtiger.
Mit der billigen Kulturkritik am Westen bauen die Autoren/-innen lediglich eine pro-islamische Front auf. Mit ihrer Weigerung, patriarchale Dominanz und das Frauenbild im Islam als Treiber von FGM zu diskutieren, sichern sie sich kein Vertrauen, hilfreiche Lösungsansätze einbringen zu können.
Dabei gäbe es im Westen durchaus Potenzial zur Optimierung von FGM-Kampagnen, beim Erlassen und Anwenden von Gesetzen sowie beim Vorgehen der Behörden in der respektvollen Befragung und Begleitung von Migrantinnen aus islamischen Gesellschaften. Der Umgang mit potenziell beschnittenen oder verstümmelten Mädchen und Frauen erfordert viel Verständnis für kulturelle Abhängigkeiten, viel Empathie und Fingerspitzengefühl.
Leider sind die 25 Autoren/-innen des Essays (22 davon sind Frauen!!) weit entfernt von solch konstruktiver Pragmatik. Unter dem Strich sind ihre Forderungen wie folgt zu interpretieren: Der Westen solle immigrierende Mädchen und Frauen gefälligst in Ruhe lassen. Migrantinnen sollen auch weiterhin gemäss dem Rechtssystem ihrer Herkunftsnation leben dürfen. «Individuelle Freiheit», der zentrale Wert der jüdisch-christlichen Kultur des Westens, komme für eingewanderte islamische Mädchen und Frauen nicht in Frage. Das weibliche Geschlecht soll weiterhin den Ansprüchen der Männer, der Familien und der Herkunftsgesellschaft unterworfen bleiben.
Für Verfechter der westlichen Kultur sind diese Vorschläge völlig inakzeptabel. Die Freiheit des Individuums ist der fundamentale Baustein unserer Weltkultur. Diesen Wert müssen westliche Kampagnen auch weiterhin verteidigen und hochhalten in nationaler und internationaler PR.
- Personen in totalitären Systemen, seien diese kommunistisch oder islamisch, sollen durch westliche Kampagnen erfahren, dass Freiheit konstitutiv ist für ein glückliches, konstruktives Leben in Familie und Gesellschaft.
- Frauen und Mädchen, die aus einem islamischen System in den Westen einwandern, müssen noch kompetenter über medizinische und psychologische Hilfsangebote informiert werden, um von schädlichen Folgen der FGM loszukommen.
- Auch müssen Migranten das westliche Rechtssystem kennenlernen, das ihnen individuelle Freiheit gewährt. Mädchen und Frauen aus dem Islam steht im Westen das uneingeschränkte Recht zu, ihre persönlichen Lebensentwürfe frei zu wählen und zu verwirklichen.
Diesen «Kampf für die Freiheit» zu Gunsten von möglichst vielen Mitmenschen zu führen, ist und bleibt unsere stete Aufgabe.
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(Der 2. Artikel der Serie zum Thema «Mohammed und die Rechte von Mädchen und Frauen» folgt voraussichtlich Ende Februar 2026).
Kommentar 1: Frauen lassen sich nach der Geburt eines Kindes den Scheidenvorhof durch Nähen wieder verengen. Dies hängt damit zusammen, dass die Frau dann wieder jungfräulich wirkt. Sogar in der Schweiz wird die Reinfibulation auf Patientenwunsch durchgeführt. C. Thierfelder, M. Tanner, C. M. Bodiang: Female genital mutilation in the context of migration: experience of African women with the Swiss health care system. In: European journal of public health, 2005, S. 86–90.