Char­lie Kirk lässt sich nicht canceln

Dass Vordenker und Aktivisten der Cancel-Culture Feinde der freien Rede sind, ist seit Langem bekannt. Dass sie nun vermehrt zur Waffe greifen, um politische Gegner wie Charlie Kirk zum Schweigen zu bringen, erstaunt. Was ist passiert? Die Neue Linke war seit 1968 doch darauf bedacht, als freundliche Bewegung zu gelten, die sich für die Freiheit der Menschen und gegen die Diskriminierung von Minderheiten einsetzt. 

Das war natürlich immer eine Täuschung. Nun wird es einfach fassbar, dass es den 68ern nie darum ging, im Rahmen eines fairen Diskurses mit Argumenten zu überzeugen.

Lange Jahre setzten sie auf falsche Versprechen. Vernebelnd lockten sie die Massen ins Pseudoparadies von «Sex, Drugs and Rock’n’Roll». Nun, da die Zerstörung von Individuen, Familien und Gesellschaft immer deutlicher wird, verlegen sich Neulinke ebenso auf Gewalt, wie es die Marxisten im 20. Jahrhundert taten. Als sich damals abzeichnete, dass die meisten Menschen nicht für das kommunistische Paradies "befreit" werden wollen, mutierte die «Alte Linke» flugs zur massenmordenden Meute.

Der Mord an Charlie Kirk zeigt, dass nun auch Neomarxisten des 21. Jahrhunderts höchst ungemütlich werden, wenn klar wird, dass ihre Utopien nicht funktionieren. Wenn ein eloquenter Christ und Konservativer wie Kirk via soziale Medien vielen Millionen Menschen vor Augen führt, dass eine christlich-konservative Gesellschaft die bessere Option ist, sehen Wokies rot. Statt mit dem Influencer zu argumentieren, wird Kirk als hasserfüllter Rechtsextremer und Faschist verteufelt. Was Wunder, wenn der mutmassliche Killer auf die Kugel, die Kirk tötete, eingravierte: "Hei, Faschist! Fang!"

Der Westen im kulturellen "Bürgerkrieg"

1996 hätte Samuel Huntington kaum gedacht, dass die amerikanische Politik bald Schauplatz eines heftigen Kulturkriegs in der eigenen Nation werden würde. Der amerikanische Politikwissenschaftler veröffentlichte damals sein international erfolgreiches Werk „Der Kampf der Kulturen”. Darin prognostiziert er, dass die USA als führende Macht der Westlichen Kultur im 21. Jahrhundert voraussichtlich in Kriege mit der islamischen und der chinesischen Kultur geraten werde.

9/11 und die resultierenden Kriege nach 2001 bestätigten schnell Huntingtons These in Bezug auf den Islam. Und das chinesische Kriegsgerassel um Taiwan und das südchinesische Meer, erhärten seine Thesen in der jüngeren Gegenwart.

Was der Politologe jedoch nicht vorhergesehen hatte, war der blutige Kulturkonflikt zwischen den säkularen und christlichen Eliten und ihren jeweiligen Anhängern in den USA. Das ist überraschend. Schließlich war dieser Kulturkonflikt schon seit langem im Gange. Die Forderungen der 68er-Generation waren klar und längst bekannt. Marx hatte bereits im 19. Jhd. zum endgültigen Kampf gegen jeden Glauben an Gott und gegen die Familie aufgerufen. Er postulierte die Religion des anarchistischen Atheismus, die jedem Einzelnen das Recht zugesteht, absolut so zu leben, wie er es für richtig hält.

Christian Nation USA

So überrascht die fehlende Sehschärfe Huntingtons. Als er 1996 seine Prognosen vorstellte, war bereits absehbar, dass der Kampf gegen das in den Vereinigten Staaten vorherrschende Christentum bald gewalttätig und blutig werden würde.

Marx und seine Nachfolger hatten sich längst dem Kampf eines mächtigen christlichen Gegners verschrieben. Die Vereinigten Staaten waren von christlichen Einwanderern, den Pilgervätern, als „leuchtende Stadt auf dem Berg” gegründet worden. Der christliche Glaube war für den Aufbau der Gesellschaft und der Politik von grundlegender Bedeutung. In der Unabhängigkeitserklärung von 1776 hieß es: „Alle Menschen sind gleich geschaffen; sie sind von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet; darunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.”

Trotz der starken christlichen Prägung hatten die Gründerväter der USA jedoch die Weisheit, Kirche und Staat zu trennen. Offensichtlich hatten sie bemerkt, dass die unselige Verkettung von christlichem Glauben und staatlicher Herrschaft die Völker Europas seit dem 4. Jhd. n.Chr. vielfach lähmte und extrem schädigte. So wählten sie das bessere System. Statt einer Staatskirche gab es in den USA Kirchen, die im freien Markt bestehen und sich selbst finanzieren sollten. Schwache, leblose Kirchen verschwanden schnell von der Bildfläche. Profilierte, dynamische Kirchen überlebten und breiteten sich aus. So wurden die USA zur «Christlichen Nation».  

In der grossen Erweckungsbewegungen vom 18. – 20. Jhd. (Great Awakenings) wurden Millionen von Menschen für ein aktives kirchliches Leben gewonnen, was wiederum die Politik im Hinblick auf den Unabhängigkeitskrieg (18. Jhd.), die Abschaffung der Sklaverei (19. Jhd.) und den Kampf gegen Kommunisten und Nazis (20. Jhd.) befeuerte.

Die Säkularisierung der US-Demokraten

Die meisten US-Staatsangehörigen der letzten 250 Jahre waren Christen und Kirchgänger. Auf den Kanzeln lehrten Pastoren, welche Werte in Familie, Gesellschaft und Politik zu gelten haben. Riesige Kirchenverbände (z.B. Baptisten, Pfingstkirchen, Katholiken) hatten mit ihren Statements und Wahlempfehlungen grossen Einfluss auf das politische Geschehen. Demokraten und Republikaner taten also gut daran, sich um die kirchliche Wählerschaft zu bemühen.

Mitte des 20. Jahrhunderts hatten sich noch 90 Prozent der US-Bürger zum Christentum bekannt. 2020 waren es laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Pew Research Center noch immer 62 Prozent. Die Säkularisierung der US-Gesellschaft im Verlauf der letzten Jahrzehnte ist zwar Fakt. Doch noch immer beträgt der Anteil der regelmäßigen Kirchgänger in den USA 46 %. 156 Millionen regelmässige Kirchgänger sind ein grosser politischer Machtfaktor.

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, dass sich beide grossen US-Parteien um christliche Stimmen bemühten. Auch die Demokraten bauten seit ihrer Gründung Ende 18. Jhd. lange auf die christliche Sozialisation der US-Bürger. Ende des 20. Jahrhunderts gab die Führung der Dems ihre Nähe zum Christentum allerdings auf. Die letzten demokratischen Präsidenten, deren politische Arbeit sich an christlichen Werten orientierte, waren J.F. Kennedy, L.B. Johnson und Jimmy Carter. Seit der Wahl Bill Clintons 1993 bestimmten zunehmend nicht-christliche Werte des linken Spektrums die Agenda der Dems:

  • Staatsverschuldung (Leben auf Pump)
  • Recht auf Abtreibung
  • Lasche oder forcierte Immigrationspolitik
  • Klima- und Weltrettung (Al Gore)
  • Liberale Ehe- und Familienmodelle, Gender

Christliche Republikaner vs. atheistische Demokraten

Natürlich gibt es auch bei den Demokraten Personen, die als Christen leben. Der Fokus in diesem Text liegt aber auf der öffentlichen Wertsetzung der Parteieliten. Diese legen schliesslich den Kurs fest. Der sich weitende Graben ist unübersehbar. Republikaner werden immer christlicher, Demokraten immer atheistischer.

Seit dem Wahlkampf von Georg W. Bush im Jahr 2000 bemühen sich die Republikaner immer deutlicher darum, konservative Christen (evangelikale, katholische) für eine Unterstützung ihrer Politik zu gewinnen. Auch Donald Trump setzte 2016 auf diese Karte, obschon er nicht gerade als Vorzeige-Christ gilt. Dass er die Wahl gegen Hillary Clinton gewann, ist wohl im starkem Masse den Stimmen konservativer Christen zu verdanken.

Trump enttäuschte dieses Wählersegment nicht, sondern schuf weiteres Vertrauen, indem er zwei politische Siege errang, die für Evangelikale und Katholiken von grosser Wichtigkeit waren:

  • Durch Ernennung konservativer Personen für das US-Bundesgericht (Gorsuch, Kavanaugh, Coney Barrett) veränderte Trump das politische Gewicht des Obersten Gerichtshofs. Dadurch wurde es 2022 möglich, das landesweite Abtreibungsrecht (Roe vs. Wade) zu canceln und die entsprechende Gesetzgebung wieder den Bundesstaaten zu übertragen. Konservative Bundesstaaten können seither wieder eine klare Pro Life-Politik durchsetzen.
  • Donald Trump hatte die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt.     

Auch bei seinem zweiten Wahlkampf 2024 setzte Trump stark auf die Christlich-Konservativen. Mit J.D. Vance ging er mit einem Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft ins Rennen, der als Politiker, Buchautor und katholischer Christ bereits grosse Ausstrahlung hatte.

Der Killer schickt Kirks Botschaft rund um die Welt

Trump versprach zudem, die USA vom Klimahype zu befreien, der vielen Evangelikalen als naturreligiöser Wahn gilt. Nach seiner Wahl bezog Trump schnell Stellung gegen die Gender-Ideologie. Er ernannte zwei Personen für wichtige Ämter, die ihren christlichen Glauben in der grossen Öffentlichkeit bekennen: den Katholiken Marco Rubio (Aussenminister), den Evangelikalen Pete Hegseth (Verteidigungsminister) und den Katholiken Robert F. Kennedy (Gesundheitsminister). Donald Trump entschied sich also für ein klar christliches Profil seiner 2. Präsidentschaft. Und er ehrte Charlie Kirk in der grossen Öffentlichkeit als Jungstar, der die Jugend massenhaft für christlich-konservative Politik mobilisiert.

Dass Kirk Millionen Jugendliche für konservative Politik und den christlichen Glauben begeisterte, war für den mutmasslichen Mörder Tyler Robinson offensichtlich zu viel. Der Schütze, der bis zu seiner Tat mit einer Transperson zusammenlebte, entschied sich für eine banale, gewalttätige Abkürzung, um die Rückkehr der USA zu christlichen Werten zu verhindern. Doch durch seinen Mord hat der Attentäter der Lebensbotschaft Charlie Kirks eine Reichweite und Lebensdauer gegeben, die nun noch viel stärker ist als zuvor. Rund um die Welt wurde deutlich, dass ein konservativer Influencer ein Millionenpublikum für den christlichen Glauben und die konservative Politik mobilisierte. 

Der Mord an Kirk hat die argumentative Schwäche von Wokies und Genderisten einmal mehr blossgestellt. Immer schlechter können sie ihre zerstörende Ideologie offensichtlich an den Mann und die Frau bringen. So hat der rot-grüne Furor, der Klima und Gender heiligspricht und totale Unterwerfung verlangt, die Samthandschuhe beiseitegelegt. Mit eiserner Hand soll der «Kampf der Kulturen» nun innerhalb unserer Gesellschaften vorangetrieben und zu Gunsten der Neomarxisten entschieden werden.

Konservative in Parteien und Kirchen sind folglich aufgerufen, ihre erstarkende Bewegung noch viel entschiedener zu forcieren. Freiheit und Wohlergehen für die Völker gibt es nur auf konservativem Fundament!